Sweeney Todd Wie viel männchlich und weiblich in der Sprache muss sein?
Mrz 062008

Nachdem Steven Levitt, Autor eines meiner Lieblingsblogs (und Sachbüchern), Freakonomics, kürzlich auch unter die Harry Potter Bekenner gegangen ist, hab ich mir wieder mal die Frage gestellt, was genau die Faszination daran ist – ich selbst halte die Serie für nette Lektüre, aber mehr auch nicht.

Deshalb eine kleine Umfrage:
- was haltet Ihr von HP? Wenn "toll" – was ist toll daran?
- wart Ihr vorher schon Fantasy-Leser? Wenn ja, welche Art von Fantasy? Wenn nein, warum nicht?

9 Antworten to “Das Phänomen Harry Potter”

  1. Sarah sagt:

    Alsooooo… :)

    Ja, ich bekenne mich auch als Harry Potter Leser. Ich habe aber erst mit dem erscheinen des glaube ich 4ten Bandes angefangen zu lesen, da die Mutter meines damaligen Freundes mir wohl was Gutes tun wollte und mir Band 1-4 zu Weihnachten schenkte.

    Na gut, nun hatte ich die Bücher da, also lese ich sie auch, Bücher verstauben lassen oder gar wegwerfen, da bin ich kein Freund von.

    Gesagt getan, Band 1 angefangen. Und ich war nach einigen Seiten wahnsinnig gefesselt. Ich habe in den Weihnachtsferien alle 4 Bände verschlungen.

    So, aber WARUM mir das so gut gefällt kann ich dir leider nicht sagen, vieleicht steckt immer noch viel Kind in mir oder so ;)
    Habe auch die anderen Teile gelesen und fand sie bis dato alle gut.
    Aber bei den Büchern bleibt die HP Liebe dann auch, denn die Filme schau ich nicht.

    Und ja ich hab auch vorher schon Fantasy gelesen, so um die 25 Bücher von Wolfgang Hohlbein.
    Sonst bin ich nicht so belesen was Fantasy angeht, kenne nur den einen Autor gut.

  2. Alex sagt:

    nie die bücher gelesen, nie die filme gesehen… ich mag keine hypes

  3. Marco sagt:

    Ich hatte mich lange Zeit der HP-Manie verweigert. Konnte mir nicht vorstellen, dass ein “Kinderbuch” für mich interessant sein kann.

    Eines Tages lag ich jedoch mit Grippe im Bett und war nicht wirklich fähig vor dem Rechner zu sitzen. Das Fernsehprogramm kam für mich nicht in Frage (vor dem Abendprogramm ist nahezu alles Massenverblödung in meinen Augen), ich hatte jedoch kein Buch mehr zuhause. Meine Mutter hatte jedoch von einer Freundin die ersten 4 Bände ausgeliehen bekommen… Nuja bevor ich mich langweile schau ich mal in den ersten Band rein, dachte ich mir…
    Am nächsten Tag hatte ich alle 4 Bände durch ;-)

    Was finde ich daran gut… Schwer zu sagen… Die ersten Bücher waren irgendwie “gute Laune” Bücher. Genau genommen wurden viele viele Einflüsse in einem Buch vereint, so dass für jeden etwas dabei war…

    Quidditch hat einen gewissen “Sportfilm”-Charakter ins Buch gebracht… Junger Typ fängt klein an, wird aber ungemein erfolgreich und gefeiert.

    Die Streiche der Brüder, sorgten für den Klamauk Faktor alá “Die Lümmel aus der ersten Bank”.

    Die Probleme bezüglich seiner Ziehfamilie und der verstorbenen Eltern nimmt ein wenig den Drama-Part ein

    Und letztendlich werden die Bücher noch garniert durch eine abenteuerliche Geschichte.

    Doch irgendwann hat sich die Geschichte verändert, die Bücher waren weniger “gute Laune”-Bücher. “Die Lümmel von der ersten Bank” wurden erwachsen, was sich in mehr Leid, einer dunkleren Geschichte und den ersten Liebesszenen äußerte.

    Die Bücher (spätestens ab Band 5) haben sich deutlich “anders” gelesen. Meines Erachtens lebte die HP-Reihe nur noch von seiner Geschichte und der Tatsache, dass man wissen möchte wie es ausgeht… Nach dem Motto: Das Volk wurde mit Süßigkeiten angefüttert und nun will man unbedingt wissen wie es ausgeht, trotz dass man nur noch mit Obst und Gemüse gefüttert wird.

    Der letzte Band liegt noch immer ungelesen bei mir zuhause, der einstige Reiz ist verschwunden…

    Zu der Zeit in der ich die HP-Bücher in der Hand hatte, habe ich auch schon lange andere Fantasy-Literatur gelesen. Angefangen irgendwann mit nahezu allen Stephen King Büchern, über Koontz, Hohlbein, Tolkien, Anne Rice, Margaret Weis und Tracy Hickman (Chroniken der Drachenlanze), etc. pp.

    Damals wie heute waren meine Hauptgenres Horror und Mittelalterliche/Gegenwarts-Fantasy. Für Endzeit oder Sci-Fi (Zukunftsfantasy) konnte ich mich in Büchern, im Gegensatz zu Filmen, noch nie begeistern (auch wenn ich Bücher wie “Dune” trotzdem gelesen hatte).

  4. Crishy sagt:

    Vllt noch meine eigene Meinung dazu. Ich fange mit der zweiten Frage an.
    - SF&F lese ich seit über 30 Jahren . Einstiegsdrogen waren für SF Asimovs “Foundation”-Serie – er hat auch sehr lesenswerte Sachbücher geschrieben, übrigens – und bei Fantasy die Narnia-Serie und später dann natürlich Herr der Ringe (Narnia ist jetzt – erschreckend – ca 35 Jahre her – damals gab es noch keine wirklich kindgerechte Fantasy, sonst wäre der Verlauf vllt ein anderer gewesen). Genremäßig ist da von heroic über light bis hightech SF&F alles dabei. Viel gutes, wenig schlechtes (da wir meistens uns auf Autoren einschießen) und viel dazwischen.
    - Harry Potter ist dazwischen. Marcos Analyse teile ich im wesentlichen, meine Kurzfassung: es ist ein fast klassischer Internatsroman (siehe Sport, Streiche etc.) mit Fantasy Elementen, daher die Leichtgängigkeit der ersten Bände. Ich habe die Serie angefangen, als der vierte herauskam. Mit dem fünften begann der Abstieg – HP wurde in meinen Augen in seinen Motivationen und Handlungen unglaubwürdig, und die Serie fühlte sich plötzlich tatsächlich wie eine Kinderserie an. Das Ende war so lala, immerhin ist es Rowlings gelungen, am Ende tatsächlich auch alle Handlungsfäden zu verknoten, manchmal mehr schlecht als recht, aber immerhin (Beispiel? “Ach, wir haben noch Dobbie, richtig. Ok, *puff*, bringen wir ihn kurz um”…)

    Würde ich HP empfehlen? Fantasy-interessierten Kindern und Jugendlichen auf jeden Fall; Erwachsenen würde ich zumindest nicht abraten, da gutes Mittelmaß.

    Den Hype verstehe ich trotzdem nicht…

  5. Marco sagt:

    Hype = Massentauglichkeit

    Das Phänomen hast du sowohl bei Büchern (HP-Reihe), als auch bei Filmen (Blockbuster sind nicht jedermanns Geschmack) und bei Computerspielen (WoW)

    Da werden sehr viele Sachen zwar schlecht gemacht, aber in der Gesamtheit ist für jeden etwas dabei. Das macht die Sache nicht überragend, aber zumindest “nicht schlecht”.

  6. Crishy sagt:

    Massentauglichkeit erklärt aber nicht, weshalb sich Leute 36 Stunden vorher vor dem Buchladen anstellen, um eine Fortsetzung zu ergattern, die getreu dem Gesetz der (Buch-)Serie nach hinten raus immer schwächer wird. Eben weil sie nicht überragend sind, verstehe ich die Hysterie nicht – ein nettes Buch kann ich auch noch vier Wochen später lesen, und Devotionalien und Massenhysterie sind dann ganz abwegig irgendwie…

    (Hype heißt übrigens eigentlich sowas wie übertriebener Rummel, das hat mit Massentauglichkeit zunächst mal noch gar nix zu tun.)

  7. Marco sagt:

    Jain… Bei Fortsetzungen hat ein Hype sehr wohl etwas mit Massentauglichkeit zu tun in meinen Augen.

    Harry Potter hatte irgendwann solch eine Masse in Verzückung versetzt, dass ein nächstes Buch auch schon von vorneherein ein riesen Erfolg werden musste, auch wenn es nicht gut ist. Getreu der Formel “Wenn es 50 Millionen Menschen lesen, hat man eine größere Menge Hardcorefans, als wenn es nur 2 Millionen lesen”… Da hat die Qualität nichts mit am Hut…

    Milchmädchenrechnung…
    50 Millionen lesen HP, 5% sind Hardcorefans
    500000 lesen Darkblades Schlachten 75% sind Hardcorefans

    Selbst wenn die andere Buchreihe mehr Hardcorefans auf ihrer Seite hat, die es nicht abwarten können, dass ein neues Buch rauskommt, ist ihre Masse im Vergleich so gering, dass keine große Werbetrommel gerührt wird und kein Hype entstehen kann.

    Hypes entstehen nur bei Klamotten wo eine große Basis da ist, wo dann auch mehr Hardcorefans hausen.

    Die Bücher haben ihren Harry Potter, oder ihr Herr der Ringe (Hype jedoch erst mit den Filmen)

    Bei Filmen ist allen vorran die Star Wars Trilogie (trotz Episode 1 weiterhin Hype)

    In Spielen muss man World of Warcraft dazuzählen.

    Zusammenfassend kann man sagen

    Massentauglichkeit = große Basis = viele Leser = erhöhtes Interesse der Presse = Hype

  8. Crishy sagt:

    Das klingt ja nach “Leute, fresst Scheiße, Millionen Fliegen können nicht irren…” ;-)

    Der Vergleich mit SW und HdR hinkt etwas – SW war ein Meilenstein nicht nur im Genre, sondern im Film an sich aufgrund der erstmaligen Verwendung von (damals) moderner Tricktechnik im großen Stil. HdR war schon immer eine großartige Trilogie mit einer großen Fanbasis, und die Jackson Filme sind selbst für jemanden, der Buchverfilmungen meist sehr kritisch gegenüber steht, hervorragend gelungen.

    HP ist all das nicht – die Ideen sind weder neu, noch ist der Stil überragend oder die Charaktere besonders lebensecht. Die Filme hätte man m.E. gleich weglassen können – der erste war ok, der zweite hat mich überzeugt dass ich keine weiteren sehen muss…

    Der Ursprungspost im Blog kam, weil ich wissen wollte, ob HP vielleicht das WoW der Fantasy ist – sprich einen leichten Einstieg brachte für Leute, die vorher kein Fantasy gelesen haben. Das erklärt zwar dann immer noch keine Hysterie, aber die erklärt sich eh woanders raus, poste ich demnächst mal was zu…

  9. Marco sagt:

    Ok, SW und HdR waren halt die 2 größten die mir eingefallen sind…

    Man könnte aber auch Indiana Jones oder James Bond nennen.

    Grade bei letzterem waren nicht immer gute Filme dabei, die Kinos aber dennoch rappelvoll (inkl. der obligatorischen Fans in Verkleidung).

    HP hatte halt vieles von Anfang an gehabt um eine Fanbase aufzubauen. Für Leser der normalen Belletristik war es etwas neues, für Leser von Fantasyromanen ein guter Happen für zwischendurch.

    Mit WoW würde ich es jedoch nicht vergleichen. Kenne einige die zwar Harry Potter sehr gerne lesen (evtl sogar weil es nur “leichte” Fantasykost ist), aber ansonsten die Finger von Fantasyromanen lassen.

    WoW hat da eine deutlich höhere Suchtwirkung, als die HP-Reihe.

    Gemeinsam haben sie halt nur den seichten Einstieg.